Daniel Voisin – ein großer Champion Opfer von Corvid-19

Daniel Voisin ist für immer von uns gegangen. Er starb im Alter von 81 Jahren in seiner Heimatstadt Limoges. Ich wusste, dass er erkrankt war an Alzheimer und in Isolation in einer spezialisierten Einrichtung lebte. Aber ich sah auch immer den Kämpfer, der keine Partie verloren gab, auch wenn es schlecht aussah. Jetzt hat Corvid-19 ihn besiegt.


Daniel hatte seine ganz große Zeit in den Achzigern – 1988 und 1989 war er Weltmeister, 1984, 1989 und 2002 französischer Meister Triplette, 1984 und 1995 französischer Meister Doublette. Er hat in seiner aktiven Zeit über 40 Natinaux gewonnen. Über 20 Jahre war sein Partner Christian Fazzino. Die beiden waren, wie Marc Alexandre es einmal formulierte: Kaviar und Champagner – eine perfekte Liaison. Didier Choupay und Philippe Suchaud waren jahrelang seine Partner. Letzterer war seine Entdeckung und Philippe nannte ihn immer liebvoll Papi. Nachdem er sich vom aktiven Sport zurückgezogen hat, wurde er ein erfolgreicher Trainer, zunächst für die französische Jugend, dann Coach der schweizer Damen-Nationalmannschaft und ab 2005 Nationaltrainer des DPV.


Ich lernte ihn erstmals 1998 bei der 1. EM Jugend in Dijon kennen. Wir wurden Fünfter, die Franzosen Europameister. Sascha Koch sagte damals zu mir: „Wenn wir einen Weltmeister als Coach hätten, wären wir auch auf dem Treppchen gelandet.” Er hatte das, was ein erfolgreicher Coach braucht: Erfahrung, Spielwitz, taktische Fähigkeiten und eine große mentale Stärke.
Ein Jahr später trafen wir uns wieder in Phuket bei der WM Jugend und er führte das französische Team wieder zur Meisterschaft. Anschließend wurde er nicht nur interviewet sondern auch mit Sekt getauft.


Deshalb war er für mich, als Hubert Arians sein Amt als DPV-Coach niederlegte, die Traumbesetzung für dieses Amt. Aber zu der Zeit hatte er noch sein Engagement in der Schweiz. Als der Vertrag beendet war, setzte ich mich sofort mit dem französischen Verband und ihm in Verbindung. Beim Grand Prix de Zürich 2005 hat er den Vertrag unterzeichnet. Auf dem Foto rechts Robert, der in den Anfangsjahren immer als Dolmetscher mit dabei war.

Im gleichen Jahr betreute er erstmals das Herrenteam bei der WM in Brüssel. Der 5. Platz im Nationen-Cup war sicher nicht das, was er erwartet hatte.


2006 führten wir gemeinsam die erste Sichtung in Strasbourg durch. Hier konnte er erstmals zeigen, was er unter Training, Teamgeist, Taktik und Mentalem versteht. Die Teilnehmer und die DPV-Verantwortlichen waren auf jeden Fall beeindruckt.


Ich habe sehr gerne mit ihm gearbeitet und er war öfters bei uns in Ettenheim. Zu allen Events holte ich ihn am Flughafen in Strasbourg ab. Limoges – Lyon – Strasbourg war immer die beste Verbindung. Dass er natürlich auch den BC Ettenheim besucht hat, und nicht nur einmal, war damals selbstverständlich.


Sehr fruchtbar war die Zusammenarbeit Voisin – Wiebusch, zumal Klaus-Dieter sich perfekt mit ihm in französisch unterhalten konnte.

2007 bei der EM Frauen in Ankara gab es dann die erste Bronzemedaille im Tir für Anna Lazaridis und zwei Jahre später Gold bei der Europameisterschaft Espoirs in Düsseldorf. Finalgegner war Frankreich.

Fünf Jahre hat er deutsche Team erfolgreich betreut. Ihm verdankte der DPV in dieser Zeit auch unzählige Einladungen zu großen Internationalen Turnieren: Yzeure, Montlouçon, Vichy, Ibiza, Chalons um nur einige zu nennen.

In Chalon beim 32. BicBo 2010 hatte das deutsche Team große Aufmerksamkeit in der Presse. Im Halbfinale unterlag das Team nur knapp 12:13 der Equipe Tricolore. Daniels Kommentar damals: Sie hätten gewinnen können, Ihnen fehlt das Vertrauen, es zu erreichen.
Seine letzte gute Tat für den DPV war es, dass er mir Didier Choupay als seinen Nachfolger empfohlen hat und dieser das Amt gerne annahm. Besprochen haben wir das gemeinsam in Ibiza. Dort entstand 2012 auch das letzte gemeinsame Foto, zusammen mit seiner Frau Yvette.


Ich bin bis heute in Kontakt geblieben per Mail. Vor etwa einem Jahr antwortete nicht mehr er sondern seine Frau Yvette. Sie teilte mir mit, dass Daniel seit 13. Februar 2019 aufgrund seiner Alzheimer-Erkrankung in einem Heim lebt. Bei ihren Besuchen erkannte er sie aber immer und ein kleines Problem sei es, dass er immer seine sachen packt und wieder auf Turniere möchte zum Spielen oder Organisieren.
Seiner Frau und seinen beiden Kindern mit Familien meine aufrichtige Anteilnahme. Ein großer unseres Sports und ein guter Freund hat uns für immer verlassen. Danke für die gemeinsame Zeit. Was bleibt sind viele schöne Erinnerungen an Siege, Niederlagen, gute Gespräche bei den vielen langen Fahrten. Ich habe viel gelernt von Dir, Daniel. Auch dafür danke.

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