Ankunft der neun Kaiser-Götter

 

 

Die Glücksgötter kommen 

Seit 189 Jahren beginnt das Fest am 7. Tag des neunten Mondmonats des chinesischen Kalenders. Zur Entstehung und Geschichte mehr  hier.

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Am Nachmittag wird an den 6 wichtigsten chinesischen Tempeln (Shrine) der Stadt ein hoher Mast oder Baum (Go Teng) aufgestellt. An Mast selbst oder meist an einer Querstange werden 9 Laternen aufgehängt. Das erstellen dieser Masten ist eine eindrucksvolle Zeremonie, die von tausenden Gläubigen, alle in Weiß gekleidet, verfolgt wird. Es werden Rauchopfer dargebracht, der Mast wird mit Blattgold versehen, aus den Lautsprechern dröhnen Gebete und traditionelle chinesische Musik.

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Diese erste Zeremonie wollen wir in diesem Jahr im Pud Jor Shrine, dem ältesten taoistischen Tempel der Stadt, miterleben. Auf den Straßen vor der Tempelanlage viele Verkaufsstände wie auf einem Jahrmarkt. Hier wird alles angeboten, was für das Festival gebraucht wird und dem man Geld verdienen kann.

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Der Vorhof der großen Tempelanlage ist voller mit Menschen die beten und opfern. Dazwischen, gut erkennbar weil nicht weiß gekleidet und immer fotografierend, viele chinesische Touristen und einzelne europäische Residenten, meist mit thailändischer Frau.

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Dazwischen kann man kleine Gruppen entdecken. Frauen und Kinder knien ehrfürchtig auf dem Boden und einer der Gottesmänner führt seine Fahne über die Köpfe. Wieder andere versuchen sich als (Wunder)Heiler und sie haben viele dankbare Kunden.

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Auf der Treppe vor dem Eingang zum Tempel entdecke ich einen alten Bekannten. Es ist ein Boulespieler aus Saphan Hin, den ich seit 15 Jahren kenne. Er ist Lehrer und heute, ganz in weiß, Begleiter und Helfer eines Mediums. Jedes Medium scheint mir in Trance zu sein, ihre Bewegungen ähneln denen eines Roboters, ihr Gesicht zuckt und die Augen sind verklärt. Aber sie werden hier verehrt wie Götter.

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Irgendwann gehen sie die Stufen hoch in den Tempel, in Begleitung von meist zwei Helfern. Sie legen ihre reich geschmückte Fahne auf den Altar, stehen voll konzerntriert und schlagen plötzlich mit einem Schrei mit der Hand auf Altar und Fahne. Manche nehmen statt der Hand auch den Kopf.

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Dann lassen sie sich, wie in Ohnacht, nach hinten in die Arme des Helfers fallen. Der Altardiener macht einen speziellen Griff und das Medium öffnet die Augen und ist wieder ganz da.

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Um Mitternacht werden dann, aber da lag ich schon in meinem Bett, die 9 Glücksgötter aufgefordert, vom Himmel herunter zu steigen und die Menschen und das Festival mit Wohlwollen zu begleiten. Die 9 Laternen weisen ihnen den Weg.

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