Thailändische buddhistische Tempel

Thailändische, buddhistische Tempel sind großartige Bauwerke, eindrucksvoll mit ihren hochaufragenden vielstufigen Dächern und umwerfend in ihrem reichen Dekor. Eine Tempelanlage besteht immer aus mehreren Tempelgebäuden mit unterschiedlichen Aufgaben. Zusätzlich nehmen Klöster (Wat) viele soziale Aufgaben wahr.

8WtNaRam44SchuleSo sind z. B. oft Schulen und …

8WtNaRam46Kindergarten

… Kindergärten angegliedert.

8WtKata45Kremtor

Vor allem um Beerdigungen kümmern sich die Mönche …

8WMN_Hochzeit

… aber auch Hochziten werden durchgeführt und vor allem holen sich die Menschen Rat bei Problemen – um nur einiges zu nennen.

Ein Wat gehört zu jedem Dorf, er ist Tempel, Wohnung der ansässigen Mönche und oft Gemeindezentrum. Meist befinden sich mehrere Gebäude und Baulichkeiten in einem kleinen Park verstreut. Aber auch mitten in Phuket oder anderen Städten sind die Wat, meist umgeben von einer schützenden Mauer, ein Ort der Ruhe und Erholung, ein Bereich für die tägliche Andacht. An den Fest- und Poyatagen (Voll-, Halb- und Neumondtage), den Sonntagen des Buddhismus, strömen die Gläubigen in die Tempel, um zu beten und zu opfern.

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In den frühen 80er Jahren illustrierte ich (s. o.) für die Verlage Benziger und Kaufman zwei Lehrbücher: Buddhhismus und Hinduismus aus der Reihe Weltreligionen heute. Die Arbeit hat mir damals sehr viel Spaß gemacht, vor allem die Zusammenarbeit mit dem Autor Wolfgang Sonn. Wer hätte damals gedacht, dass ich nur 35 Jahre später mitten in dieser mir damals so fremden Welt lebe.

Die wichtigsten Tempelgebäude und Einrichtungen sind:

1
Das Eingangstor
 ist quasi schon die Visitenkarte des Tempels und zeigt auf den ersten Blick, welcher Geist im Tempel herrscht. Meist sind sie reich verziert mit vielen bunten Spiegel-Mosaiken, die in der Sonne hell leuchten. Wenn man durch das Tor geht, kommt man in eine andere Welt.

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2
Viharn (auch Wiharn) 
ist die gemeinsame Versammlungshalle der Ordensmitglieder und Laien und ist meist das größte Gebäude im Tempelbereich. Hierhin kommen die Gläubigen, bringen Opfer dar. Buddhistischer „Gottesdienst” ist ein individueller Akt der Anbetung meist im Viharn. Je nach Größe befinden sich im Innern mehrere Buddha-Statuen oder Statuen verehrungswürdiger Mönche. Die Dächer sind dreistufig und haben am First die Chofa (Himmelsbouquet), eine stilisierte Darstellung des Garuda. Naga-Schlangen mit Flammenkörpern zieren die Dachseiten. 02Wahin

3Der Ubosot, oder kurz Bot, ist Ist das heiligste Gebäude in einem Wat. Hier halten die Mönche ihre wichtigen Zeremonien ab, wie zum Beispiel die Mönchsweihe oder das regelmäßige Bekenntnis aller Mönche zu den 227 Ordens-Regeln. Obwohl dieses Gebäude das wichtigste des Tempelbezirks ist, muss es nicht unbedingt das größte sein. Als Mindestgröße ist lediglich vorgeschrieben, dass 21 Mönche darin Platz finden müssen.

01Ubosot

Der einzige Unterschied zu anderen Gebäuden sind die acht Markierungs-Steine (Bai Sema). Nur innerhalb der so abgesteckten Fläche können die heiligen Zeremonien abgehalten werden.

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4Die Mönchshäuser sind die Wohnhäuser der Mönche. Hier leben sie, studieren ihre Schriften, empfangen Gäste. Sie sind sehr unterschiedlich von Tempel zu Tempel. Meist haben die Mönche einen kleinen Raum für sich allein, oft sind die „Zellen” allerdings auch wie einzelne Räume wie in Reihenhäusern untergebracht. Oft halten sich die Mönche auch Federvieh. In diesem Tempelbereich findet sich meist auch die Dienstgebäude wie Küche, Speisesaal, Badezimmer. außerdem evtl. ein Gästehaus, eine Abtswohnung, eine Geschäftsstelle u.a.m.

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5Der Chedi oder Stupa ist vom Ursprung her ein Reliquienturm, meist ein massives Monument, das hoch ist und beträchtliche Ausmaße haben kann. Die verbreitetste Form des Chedis ist glockenförmig mit hoher, schlanker Spitze und harmonischen Proportionen. Nicht in jedem Chedi sind Reliquien, aber zumindest sind hochrangige Erinnerungsstücke oder Bücher deponiert. Der Chedi wird von Buddhisten im Uhrzeigersinn umschritten.

03Chedi

6Die Nebentempel sind ein Eingeständnis an lokale Götter und die Volksfrömmigkeit oder an die Hindu-Götter. Diese Gottheiten sind im Kreislauf der Wiedergeburt gefangen, haben aber weder Weltenschöpfer- noch Erlöserfunktion. Da sie aber doch etwas mächtiger als die Menschen sind, können sie ja fürs tägliche Leben hilfreich sein.

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7Der Glockenturm mit einer Glocke oder großen Trommel steht meist in der Nähe des Haupttempels. Die Glocke wird an bestimmten Stellen der Zeremonien der Buddhaverehrung geläutet und sie dient auch zur Zeitorientierung der Mönche: sie ruft zum Gebet und zu den Mahlzeiten.

8WtKata37MöncheTurm

8Der Bodhi-Baum (Pappelfeige – Ficus religiosa) befindet sich in jedem Tempelgelände. Er ist meist von einer kleinen Mauer umgeben. Hier zünden Gläubige Räucherstäbchen an, brennen Öllichter ab, legen Blumen nieder oder zum Dank für erwiesenen Wohltaten kleine Buddhafiguren.

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Sehr oft ist der Stamm umwickelt mit bunten Tüchern. Der Bodhi-Baum wird verehrt, weil Gautama Siddhartha unter ihm sitzend die Erleuchtung fand und ihn nach der legende ausdrücklich zur Verehrung empfohlen hat.

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9Die Dharma-Halle (Halle der Lehre) dient für Meditation, Predigt und Rezitation des Sutras, der heiligen Schriften an Feiertagen. Hier studieren die Mönche, denn meist ist die Bibliothek integriert oder sogar extra im 2. Stockwerk eingerichtet.

Nachfolgend eine Auflistung meiner Lieblingstempel, eine Tempeltour zum Lesen und zum Betrachten (die fertigen Links sind in Blau).

Phuket Town
Wat Kosit Wihan – der Tempel für die Toten (Thepkrasattri Road)
Wat Lang San · Wat Charoen Samanakij – der Tempel am Radar Hill mit eigenem Radiosender (Radar Hill)
Wat Khao Rang  – 1999 mein erster Tempel und bis heute mein liebster (Rang Hill)
Wat Khun Chee – das einzige Nonnenkloster in Phuket (Khao Rang)
Wat Mongkon Nimit · Wat Krang / Wat Phutta Mangkon – der Tempel mitten im Leben (Old Phuket Town, Dibuk Road)
Wat Wichit Sangkaram  Wat Kwuan – eine der größten Tempelanlagen der Insel (Thepkrasattri Road/Soi Narison)

Phuket Nord
Wat Monkonnaram · Wat Nai Yang – der Tempel mit botanischem Garten (Nai Yang)
Wat Phra Thong – der Tempel der goldenen Mönche (Thalang)
Wat Sri Sunthorn – der große liegende Buddha (Phuket Thani)

Phuket Süd
Phra Aram Memorial – ein Kleinod der Ruhe (Phuket Nord nahe Mission Hospital)
Wat Kho Siray – der goldene Felsen aus Myanmar mit herrlicher Aussicht (Koh Siray)
Wat Suwan Khirikhet – großartige Tempelanlage und Tempelmarkt (Karon)
Wat Mai – ein Baumstamm als Heiligtum (Chalong)
Wat Luang Pu Supa · Wat Silsuparam – hier lebt Phukets ältester Mönch (Chalong)
Wat Chalong · Wat Chaithararam  – das Muss für jeden Touristen auf Phuket (Chalong)
Big Buddha · Mingmongkol Buddha– mit 45 Metern der größte Marmorbuddha (Chalong)
Wat Thepnimit – der Tempel mit dem Hühnerhof (Phuket, Chao Fa Road)
Wat Ladthiwanaram – Chinesen im Gänsemarsch zum Gebet (Chalong)
Wat Kitti Sangkha Ram – freundliche Mönche im Urlaubsparadies (Kata)
Wat Nai Harn – der Tempel an der Südspitze Phukets (Nai Harn)
Wat Sawang Arom – Boulespielen im Hof des Tempels (Rawai)

Wat Rat Uppatham
Der Wat Rat Uppatham, häufig auch nur Wat Bang Riang genannt, ist ein buddhistischer Tempelkomplex – nicht mehr auf der Insel selbst – in der süd-thailändischen Provinz Phang Nga auf dem Berg Khao Lan. Er liegt auf halben Weg zwischen Krabi und Khao Lak, von Phuket 125 km oder 2 Stunden Autofahrt. Er ist für mich einer der imposantesten Tempelkomplexe im südlichen Thailand und besteht aus vier ganz verschiedenen Anlagen.

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Der Haupttempel liegt unten im Tal, eine Straße führt hinauf zum Chedi, eine steile Trappe 100 m hinab zum Tempel für die Göttin Guanyin und von dort steigt man empor zur letzten Tempelanlage mit einer riesigen Buddhastatue mit siebenköpfiger Naga-Schlange. Bericht und alle Fotos mit Bildergalerie hier.