Phetchaburi – Palast, Tempel, Affen

Phetchaburi – der Name bedeutet „Diamantenstadt“ – ist eine der ältesten Städte in Thailand und hat eine reiche Vergangenheit. Dank an unsere Freunde Cathy und Serge, die uns von Hua Hin zu diesem Trip mitgenommen haben.


Im 8. Jhd. eine Siedlung der Mon, dann im 11. Jhd. religiöses Zentrum der Khmer. König Ramkhamhaeng entriss Phetchaburi den Khmer und verleibte es Sukhothai ein. Später gehörte die Stadt zum Königreich Ayutthaya. 1610 erfuhr die Stadt eine bizarre Unterbrechung ihrer Geschichte: japanische Piraten nahmen die Stadt ein und erklärten sich für unabhängig. Bis vor ca. 200 Jahren lag die Stadt nahe am Meer. Durch Phetchaburi fließt der gleichnamige Fluss, der hat in den letzten Jahrhunderten jedoch durch die starke Sedimentation seine Nutzbarkeit für große Schiffe verloren und die Stadt damit ihre prädestinierte Lage.


Phetchaburi hat heute rund 26.000 Einwohner und ist Changwat (Hauptstadt) der Provinz Phetchaburi, die im Westen an Myanmar und das Tenerassim-Gebirge grenzt, im Osten bildet der Golf von Thailand die Grenze.

Leider ist ein Tag viel zu kurz um all die Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Aber einiges haben wir doch erlebt: am Vormittag den Sommerpalast und den historischen Park und am Nachmittag drei ganz unterschiedliche Tempelanlagen.

Phra Nakhon Khiri Palast und historischer Park
Der Sommerpalast von König Mongkut (Rama IV. * 18.10.1804, † 18.10.1868) thront landschaftlich einmalig auf auf dem 95 m hohen Berg Khao Wang. 1853/1860 in europäisch-neoklassizistischen Stil erbaut für die astronomischen Forschungen des Königs. König Chulalongkorn (Rama V.) nutzte später den Palast für den Empfang von Staatsgästen. Auf dem westlichen Hügel des dreihügeligen Berges befindet sich der Palast (mit Tempel und Observatorium); auf einem mittleren Hügel ein weißer Chedi, und auf dem nordöstlichen Hügel der Tempel Wat Phra Kaeo Noi mit einem dunkelrot gestrichenen Prang.
Die Anlage zeugt nicht nur von thailändischer Baukunst. Auch neoklassizistische sowie chinesische Stilelemente fügen sich zu einem großen Ganzen zusammen.

Tham Khao Luang
Die Tropfsteinhöhle liegt etwa 3 Kilometer nördlich vom Stadtzentrum. In der Höhle sind hunderte von sitzenden Buddhafiguren zu entdecken, eine großer zentraler goldener Buddha und ein ruhender Buddha. Über die Mittagszeit fällt das Sonnenlicht in die Höhle, wodurch ein besonderer, mystischer Lichteindruck entsteht.

Wat Boon Tawee (Wat Tumklab)
Unweit der Höhle liegt ein weiterer prächtiger Tempel, der in der goldenen Abendsonne noch prächtiger glänzte. Beeindruckend die gepflegte Gartenanlage mit vielen Kugelbäumen. Als mich ein Mönch beim Fotografieren entdeckte, sprach er mich gleich an und führte mich in eine  Tropfsteinhöhle mit Buddha-Statuen und Bildnissen der Göttin Boon Tawee. Im hinteren Teil der Tempelanlage ist ein großer See, umgeben von den hölzernen Wohnhäusern der Mönche. Der Mönch winkte mich zum See. In einem großen Sack hatte er Fischfutter. Wir mussten alle die Fische füttern, die zu hunderten um jedes Körnchen kämpften. Und was auf den Boden fiel, schnappten sich die allgegenwärtigen Affen.

Wat Mahathat Worawihan
Die Klosteranlage in Ayutthaya-Stil mit schlankem, zentralem weißen Prang, der das alte Stadtbild überragt, ist eines der Wahrzeichen der Stadt und von fast überall zu sehen. Die fünf Laterit-Prangs bilden den Mittelpunkjt des Tempels und sind ein Sinnbild des Berges Meru aus der Mythologie. Der mittlere ist 42 Meter hoch und beherbergt Buddha-Reliquien. Um die Prangs herum gibt es viele weitere Klostergebäude wie Ubosot und Viharn mit prächtigen Wandmalereien und Stuckreliefs und eine Schule.
Eine Legende erzählt, dass der Prang entstand, um die Herrschaft gegen die Birmanen zu verteidigen. Als die Birmanen vor mehr als 1.000 Jahren versuchten Phetchaburi einzunehmen, ließen sie sich auf einen Wettsreit ein: Sie sollten außerhalb der Stadt eínen Prang erbauen, Phetchaburis Herrscher innerhalb. Der Prang, der als erster so hoch war, dass der Gegner ihn sehen konnte, war Sieger und legitimer Herrscher. Die Thais gewannen den Wettkampf, die Birmanen mussten sich geschlagen geben.